Selbstverwirklichung, Glück und Sinnstiftung am Arbeitsplatz

Gastbeitrag von Torsten Bittlingmaier, Geschäftsführer Inhouse­Training und Consulting

Pro bono als neues Instrument der Personalarbeit

Wieso gehen wir arbeiten? Der ursprüngliche Zweck, die Befriedigung materieller Bedürfnisse, hat schon längst ausgedient. Der arbeitende Mensch möchte nicht nur ein vernünftiges Gehalt sondern auch Selbstverwirklichung, Glück und Sinnstiftung am Arbeitsplatz erfahren. Dieser Wandel wird massiv, aber nicht nur durch die Generation Y getrieben.

Generationsübergreifend stellen sich Mitarbeiter und Führungskräfte die Frage, welchen sinnvollen Beitrag das eigene berufliche Wirken für die Gesellschaft liefert. Personalabteilungen spüren diesen Trend bereits. Laut einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) glauben 69% der Personalverantwortlichen, dass der Wertewandel sich stark auf das Personalmanagement auswirken wird. Über ein Drittel der Deutschen lehnt es gar ab, in einem Job zu arbeiten, der nicht sinnstiftend ist (McKinsey & Ashoka, „Karrierewege für Weltveränderer“). Unternehmen, die eine glaubwürdige Antwort auf die Sinnfrage liefern, haben einen entscheidenden Vorteil auf dem hart umkämpften Talentemarkt.

Persönliche Entwicklung durch Engagement

Welche Möglichkeiten bieten sich für Unternehmen, die über klassische Spendenprogramme hinausgehen? Aktuell wird kompetenzbasiertes Engagement verstärkt als Instrument der Personalarbeit diskutiert. In den USA ist pro bono bereits weit verbreitet und bei namenhaften Unternehmen wie Deloitte, Microsoft oder IBM fest in der Personalarbeit verankert. Die Pro-bono-Projekte sind so vielfältig wie spannend: Personaler beraten eine Umweltschutzorganisation zu ihren Recruitingprozessen, Controller entwickeln ein Budgetinstrument für ein Jugendförderwerk und Führungskräfte coachen ihre Counterparts in gemeinnützigen Organisationen zu Strategieentwicklung und Personalführung. Auch in Deutschland gewinnt dieser Trend an Fahrt.

In Webinar von Oktober 2014 erklären Claudia Leißner und Torsten Bittlingmaier, welche neuen Möglichkeiten sich für Unternehmen durch kompetenzbasiertes Engagement eröffnen.

Pro bono, gut für die Karriere und die Gesellschaft

Für Unternehmen zahlt sich pro bono gleich doppelt aus. Gelungene Pro-bono-Arbeit verknüpft authentisches Engagement mit der persönlichen und beruflichen Entwicklung von Fach- und Führungskräften. Insbesondere die Förderung von Sozialkompetenzen, die Bindung von Mitarbeitern und das Knüpfen neuer Netzwerke stehen im Vordergrund. Gerade in einer zunehmend dynamischen und komplexen Arbeitswelt werden fachübergreifende Kompetenzen immer wichtiger. Fähigkeiten wie Selbstreflektion, Empathie, Teamfähigkeit, Ambiguitätstoleranz und unternehmerisches Handeln ermöglichen Führungskräften von morgen adäquat auf zukünftige betriebliche Herausforderungen zu reagieren. Diese Kompetenzen können nur schwer durch klassische Entwicklungsmaßnahmen trainiert werden.

Zugänge und Angebote schaffen

Pro bono ist ein wirkungsvolles Personalinstrument. Eine von Proboneo durchgeführte Umfrage macht deutlich, dass sich die Mehrheit der Fach- und Führungskräfte engagieren möchte. Zeitlich stark eingespannten Fach- und Führungskräften fehlen Zugänge zu gemeinnützigen Organisationen und entsprechende Angebote des Arbeitgebers. Diese können mit pro bono auf verschiedene Bedürfnisse reagieren: Von einem intensiven eintägigen Teamprojekt bis zur längerfristigen Begleitung von gemeinnützigen Organisationen im Rahmen eines Entwicklungsprogramms ist alles möglich. Pro-bono-Programme bieten mehr als gutes Karma. Die Zukunft wird zeigen, welche Unternehmen hierzulande die Potentiale von pro bono frühzeitig für sich entdecken und in ihre Personalstrategie einfließen lassen.

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