Motivationsmotor

Arbeitnehmer beklagen, ihnen und ihrer Arbeit wird seitens der Vorgesetzten zu wenig Anerkennung geschenkt. Doch wie geht’s richtig?

9948979685_7d6f360784_b-Coach-Wim-von-KennislandDer Flur ist das Beton gewordene schwarze Brett. Das ist der Ort,
an dem alle wichtigen Themen besprochen werden und auch Kollegen aus Abteilungen angetroffen werden, mit denen man sonst nicht zusammen sitzt. Jedoch trifft man dort nicht nur seine Kollegen, sondern auch seine Vorgesetzten. Auch sie nutzen den Flur, um einfach mal nachzufragen, wie es geht. Kommt es zu einem Gespräch zwischen Vorgesetzten und Arbeitnehmer, kann es auch passieren, dass man Lob für seine geleistete Arbeit erhält. Reinhold Haller, Experte und Coach für Personal- und Organisationsentwicklung aus Berlin sagt in einem Artikel in der Zeit sogar, dass es unter vielen Chefs üblich sei, täglich Lob an seinen Angestellten auszusprechen. Täglich für seine Art Lob zu kassieren, ist das nicht zu viel des Guten? Jeder der Lob erhält denkt, es sei alles in bester Ordnung und so wird es schwer berechtigte Kritik zu äußern.

Angebrachter und wirksamer in dieser Situation ist die Wertschätzung. Doch diese bringt folgende Tücke mit sich: Der Vorgesetzte muss sich gezwungenermaßen intensiver mit seinen Angestellten auseinander setzten. Um ein ganzheitlicheres Bild eines Mitarbeitenden zu bekommen, braucht es oft auch Interesse und Informationen über den beruflichen Rahmen hinaus. Reinhold Haller meint: „Hat jemand zu Hause Probleme, schafft er womöglich nicht so viel wie sonst. Wenn man das als Chef berücksichtigt und ihn dafür lobt, dass er trotzdem etwas geleistet hat, ist das viel besser, als die Anerkennung nur auf die Besten zu konzentrieren.“

Die Verbundenheit zum Unternehmen geht oft mit Zufriedenheit der Mitarbeiter einher. Grundsätzlich ist ein Vier-Augen-Gespräch zwischen dem Vorgesetzten und dem Mitarbeiter eher zu empfehlen als der Flur. Hier nimmt man sich Zeit um ein authentisches Feedback zu geben und das ist bedeutsamer als ein einfaches „Du bist ein guter Mitarbeiter“.

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