Häufige Fallstricke bei Pro-bono-Anfragen

15174793056 (Paul Spies (Amsterdam Museum), Scout Herremans (KLM) en Eke Rebergen (De Denkfiguren)) von KennislandCC BY-SA 2.0Welcher Bedarf besteht zur Entwicklung der sozialen Organisation? Welche Pro-bono-Unterstützung ist dabei hilfreich? Welche konkreten Ergebnisse sollen erzielt werden? Das sind nur einige Fragen, die Proboneo während des Auftrags- und Zielklärungsgespräches (AuZ) mit der sozialen Organisation klärt. Die Ermittlung der genauen Vorstellungen der sozialen Organisation und eine gemeinsame Reflektion dieser sind wesentlich für die Suche nach passenden Probonisten für das Pro-bono-Projekt.

Dabei ist die Mitarbeit der sozialen Organisation von großer Bedeutung. Die Organisation sollte sich bereits im Vorfeld ihrer Pro-bono-Anfrage genau überlegen, in welchem Bereich professionelle Unterstützung erforderlich ist und wie diese aussehen soll. Je klarer die Ziele definiert werden, desto schneller und effektiver gestaltet sich die Suche nach einem/r kompetenten ProbonistIn. Obwohl viele soziale Organisationen hoch motiviert sind die gegenwärtigen Strukturen zu optimieren, gelingt eine präzise und zielgerichtete Pro-bono-Anfrage vor dem AuZ-Gespräch nicht immer. Im Folgenden haben wir einige Beispiele aus dem Proboneo-Archiv zusammengefasst, die zeigen warum die AuZ so wichtig ist:

Die Alles-Gleichzeitig-Falle

Ursprüngliche Anfrage: „Es braucht Verbesserungen in der Kommunikationsstrategie, einen neuen Flyer und die Webseite muss auch überarbeitet werden. Dazu wäre auch die Einbindung eines Spendentools auf der Webseite schön.“ Oft erreichen uns solche Anfragen, in denen wild drauflosgewünscht wird. Im Gespräch wird durch ein paar Fragen zu Voraussetzungen für die Umsetzungsprojekte schnell klar, dass es oft am sinnvollsten ist, erst auf strategischer Ebene die Kommunikation zu betrachten und danach einzelne Kanäle/Materialien zu optimieren.

Die „zu früh“-Situation:

Ursprüngliche Anfrage: „Ich stehe kurz vor der Vereinsgründung und suche jemanden, der mir hilft salesforce zu konfigurieren und einzuführen.“ Im Zweifelsfall gibt es hier auch noch kein Team oder nur einen weiteren ehrenamtlichen Mitstreiter, so dass die Ressourcen und der Stand des Projektes für so eine Art von Projekt zu früh dran sind.

Der Klassiker: Fehlende Prozesse durch Software ersetzen wollen

Ursprüngliche Anfrage war eine Beratung zur Auswahl einer Spendensoftware. Während der AuZ stellt sich heraus, dass es keine strukturierten Fundraisingprozesse/ -verantwortlichkeiten im Team gibt, die sich in einer Software abbilden lassen können. Daher ist zunächst die Empfehlung notwendig, eine Beratung zum Aufbau von Fundraisingprozessen zu vermitteln.

Das Missverständnis

Hier wird pro bono falsch verstanden. Es handelt sich hierbei um Anfragen, bei denen soziale Organisationen, oft ohne es reflektiert zu haben, vom Pro-bono-Projekt Antworten erwarten, welche die soziale Organisation selbst finden muss. Nach dem AuZ-Gespräch wird deutlich, dass die Pro-bono-Unterstützung dem Prozess und der Struktur kreatives/kritisches Feedback geben kann. Pro-bono-Projekte unterstützen in diesem Sinne dabei, dass vorhandene Wissen aus dem Team herauszuholen.

Fundraising, Fundraising, - kein Fundraising

Ursprüngliche Anfrage: „Wir brauchen Unterstützung im Fundraising. Jemanden der Stiftungen kennt und Anschreiben verfassen kann.“ Das ist allerdings nicht die Aufgabe eines Pro-bono-Projektes. Es verhält sich ähnlich zum „Missverständnis“, kann jedoch durch ein Team-Training in Verhandlungsführung/Vertriebstechniken oder bessere Kommunikation der Mehrwerte für involvierte Stakeholder optimiert werden.

Full-Service/ alles aus einer Hand

Ursprünglich will die soziale Organisation nur eine Rechtsberatung und erfährt im Gespräch, dass Proboneo auch Unterstützung in anderen Bereichen vermittelt. Davon ist sie begeistert und meldet sich gleich auch noch für ein Kommunikationsprojekt an. Wichtig ist hier, dass ausreichende interne Ressourcen (v.a. Zeit) für ein zweites Pro-bono-Projekt vorhanden sind.

Proboneo als Seelsorger/ Gut, dass es Euch gibt...

In AuZ-Gesprächen zu Pro-bono-Rechtsberatung ist man häufig auch erste Anlaufstelle für das Rechtsproblem. Jemand der zuhört, an den man sich wenden kann. Das allein ist für viele soziale Organisationen schon eine Hilfe und Erleichterung.

Diese Beispiele zeigen wie relevant das AuZ-Gespräch ist. Die Auftrags- und Zielklärungen funktionieren wunderbar am Telefon oder via Skype. Man braucht die Person also nicht persönlich vor Ort zu treffen. Das gilt ebenso für viele der Pro-bono-Rechtsberatungen, die via Email und Telefonate und daher ortsunabhängig stattfinden.

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