Corporate Day 2015: Pro bono ist mehr als Altruismus

Beim Corporate Day während des Global Pro Bono Summit 2015 wurde allen klar, dass sie hier den Schlüssel für etwas ganz Besonderes in den Händen halten. Seit 2013 versammeln sich Pro-bono-Enthusiasten einmal jährlich, um über neue Entwicklungen und gemeinsame Chancen und Herausforderungen zu diskutieren. Im Februar hatten wir nun die Ehre, gemeinsam mit der amerikanischen Taproot-Foundation und der BMW-Stiftung Herbert Quandt den diesjährigen Summit in Berlin zu organisieren. Drei Tage lang steckten Intermediäre, Stiftungs- und Unternehmensvertreter die Köpfe zusammen, um pro bono zur nächsten großen Entwicklung im Sozialsektor und darüber hinaus zu machen. Denn da stimmten alle zu: Auf dieses „darüber hinaus“ kommt es an. Mit den Worten von Claudia Leißner, der Geschäftsführerin von Proboneo: Mit pro bono definieren wir sektorübergreifende Arbeit neu: statt „non-profit“ oder „for-profit“, sprechen wir von „all profit“.

Nur wenn pro bono nicht zu vereinzelten philanthropischen Projekten verkommt, bietet es die Chance wirklich große gesellschaftliche Veränderungen zu bewirken. Dafür gilt es den nächsten Jahren Unternehmenspartner zu gewinnen, die pro bono nicht nur als wichtigen Teil ihrer CSR-Strategie begreifen, sondern die auch wissen, dass pro bono gut für ihr gesamtes Unternehmen ist.

Jim Halley: https://twitter.com/jimhalley5/status/571022962477953024/photo/1
Jim Halley: https://twitter.com/jimhalley5/status/571022962477953024/photo/1

Genau diese Überlegungen standen im Zentrum des Corporate Day, der am 26. Februar im Rainmaking Loft in Berlin Mitte stattfand. 25 Unternehmensvertreterinnen und –vertreter tauschten sich über ihre Erfahrungen mit Pro-bono-Programmen aus und diskutierten mit den anwesenden Intermediären über mögliche Entwicklungspotenziale für die Zukunft. Und egal ob CSR-Manager aus Deutschland, Pro-bono-Programm-Managerin aus den USA oder Pro-bono-Neuling: Alle waren sind einig, dass wir mehr pro bono in Unternehmen brauchen.

Wie das gehen soll? Der erste Schritt ist, dass Unternehmen pro bono nicht mehr als noble Geste begreifen sondern als Teil ihrer Mitarbeiter-Kultur. Bereits jetzt gibt es erste erfolgreiche Kooperationsprojekte zwischen CSR- und HR-Abteilungen, um pro bono als Teil der Führungskräfteentwicklung zu etablieren und als Teil der Mitarbeiterweiterbildung zu begreifen. Denn die neuen Herausforderungen, denen Führungskräfte im sozialen Sektor ausgesetzt sind, testen ihre Transferkompetenz und ihre Fähigkeiten, passgenaue und kreative Lösungen zu entwickeln.

Trotzdem berichteten viele UDPP_0003nternehmensvertreterinnen und –vertreter von skeptischem Management, das verhindert, pro bono auf breiterer Basis auszurollen. Doch genau da braucht es einen überzeugenden Pitch für pro bono als Unternehmensgewinn, inklusive Storytelling, unmissverständlichen Zahlen und erfolgreichen Beispielen aus bereits existierenden Programmen. Am Ende des Tages sind Pro-bono-Programme nämlich einfach nur eine gute Business-Entscheidung und keine Almosen.

Die Wirkung von pro bono haben jetzt sogar die Vereinten Nationen erkannt. Mit ihrer Initiative UN IMPACT 2030 wollen sie Unternehmen auf globaler Ebene zusammenbringen, um pro bono zu stärken. Das ist ein ermutigendes Zeichen für die weltweite Pro-bono-Bewegung und lässt für die Zukunft hoffen. Denn um den Pro-bono-Markt zu sättigen, wird es langfristig die Kooperation von Unternehmen brauchen. Und auch darüber war man sich beim Corporate Day einig: Intermediäre sind als Bindeglied zwischen Unternehmen und sozialen Organisationen unerlässlich. Ihre Netzwerke und Pro-bono-Erfahrung sind ein Kapital, das sich Unternehmen nicht entgehen lassen dürfen.

Die Richtung ist allen klar. Jetzt geht es darum, das Potenzial auszuschöpfen und gemeinsam Strategien zu entwickeln, pro bono in die Chefetagen zu heben. Wir jedenfalls werden erst wieder ruhen, wenn der Spiegel titelt:

Pro Bono auf der Aktionärsversammlung: CEO des Jahres bezeichnet Pro Bono als “Geheimnis für den Erfolg des Unternehmens”.*

Der Report des Global Pro Bono Summits 2015 ist hier zum Download verfügbar: Global Pro Bono Summit 2015 Report.

* Teilnehmer auf die Frage, welche Zeitungsüberschrift er sich über pro bono wünsche.

 

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