Vorhang auf für unsere Pro-bono-Olympionikin

Gloria Amoruso ist Gründerin und Geschäftsführerin des kein Abseits! e.V.. Der Verein unterstützt Kinder und Jugendliche durch Sport, 1:1-Mentoring und Berufsfelderkundungen dabei, ihr eigenes Potential zu entfalten. Innerhalb der letzten zwei Jahre hat Gloria sechs Pro-bono-Projekte in den Bereichen Kommunikation, Personal, Strategie und Recht durchgeführt! Aus diesem Anlass haben wir sie zu unserer Pro-bono-Olympionikin gekürt und ihr einige Fragen zu ihren Erfahrungen gestellt.

Was motiviert Dich, immer wieder auf das Angebot von Proboneo zurückzukommen?

„Wir haben einen hohen Anspruch an uns selbst und wollen uns stetig weiterentwickeln. Über das Verantwortlichennetzwerk der Robert-Bosch-Stiftung habe ich von Proboneo erfahren und unser erstes Projekt zum Thema Mediation und Organisationsentwicklung eingereicht. Wir waren begeistert von der schnellen und kompetenten Hilfe! Es ist immer wieder hilfreich eine externe Perspektive mit frischem Know-how zu erhalten. Dank Proboneo haben wir immer die richtigen Leute gefunden.“

Proboneo hat Dir zum Beispiel eine Probonistin vermittelt, mit der Du im Rahmen eines Coachings zum Thema Führungskompetenz gearbeitet hast. Wie genau hat sich die Zusammenarbeit gestaltet?

„Die Zusammenarbeit begann mit einem persönlichen Kennenlernen, wo die Probonistin mir ganz gezielte Fragen gestellt hat und Ziele bestimmt wurden. Darauf folgten regelmäßige Treffen mit vielen Aha-Erlebnissen in Bezug auf meine Rolle als Geschäftsführerin. Ich hätte nie gedacht, dass ich in so kurzer Zeit, so schnell weiterkommen kann. Doch die handlungsorientierte Arbeitsweise, gespickt mit Hausaufgaben, Übungen und konkreten Tipps hat diese intensive und bereichernde Erfahrung möglich gemacht.“

Eure Initiative ist in den letzten Jahren stark gewachsen, in wie weit hatten die Pro-bono-Projekte einen Einfluss darauf?

„Wir haben die Projektthemen bewusst so ausgesucht und priorisiert, dass wir gesund wachsen können. Besonders hilfreich war für uns die Bedarfsklärung mit Proboneo, die uns dabei geholfen hat, Klarheit über anstehende Themen und nächste Schritte zu bekommen. Wir haben jedes Mal enorm von den individuellen Erfahrungen der Probonisten profitiert und Einblicke bekommen, welche wir nie durch ein Buch oder eine Weiterbildung erhalten hätten. In unserem aktuellen Pro-bono-Projekt haben wir zum Beispiel gemeinsam mit der Probonistin einen tollen 8-Punkte-Plan zur Implementierung von Spendenfundraising erstellt! Das hilft uns wirklich sehr, um künftig noch mehr Förderer gezielt zu erreichen!“

 

Was rätst du als Pro-bono-Olympionikin anderen sozialen Organisationen?

„Dass es sich lohnt offen zu sein und sich die Zeit zu nehmen sich auf Pro-bono-ExpertInnen einzulassen. Wir hatten in den Pro-bono-Projekten bisher mit so vielen unterschiedlichen Personen aus ganz verschiedenen Kontexten zu tun und haben sowohl inhaltlich als auch sachlich und emotional immer etwas mitnehmen können. Man darf außerdem nicht die Erwartungshaltung entwickeln, dass der Probonist schon alles lösen wird. Ein Pro-bono-Projekt erfordert viel Kraft und Initiative aus dem ganzen Team, um wirklich Veränderungen anzustoßen.“

Warum empfiehlst Du pro bono?

Weil es mit Blick auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis eines der besten Formate ist das ich kenne! Proboneo kümmert sich als neutrale Instanz darum, dass die passenden Menschen zusammenkommen und die richtigen Ziele bearbeitet werden. Die maßgeschneiderten Projekte und die intensive Auseinandersetzung einer Fachkraft mit einem spezifischen Problem sind nicht vergleichbar mit anderen Fortbildungsangeboten. Wir sind absolute Fans!

 

Webinar – Proboneo erklärt pro bono

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Unternehmen und Fach- und Führungskräfte aus der Wirtschaft engagieren sich zunehmend für das Gemeinwohl und bringen dabei ihre beruflichen Kompetenzen ein. Davon können auch Sie profitieren. Nutzen Sie dieses Fachwissen und Know-how und binden Sie Pro-bono-Unterstützung wie Rechtsberatung, Designarbeit, Buchhaltung oder Strategieprojekte in Ihre Organisation ein.

Wie Sie das genau tun können und was Sie alles zum Thema Pro-bono-Engagement wissen müssen, das veranschaulicht Proboneo im „Webinar Pro-bono-Unterstützung“. Dabei wird zunächst geklärt, wie „pro bono“ zu definieren ist und wie sich Pro-bono-Engagement positiv auf die Gesellschaft auswirkt. Im Anschluss wird sich mit der Frage auseinandergesetzt, wo Pro-bono-Unterstützung zu finden ist. Ist das passende Projekt erst einmal ermittelt, dann kann sich auf den Projekt-Ablauf fokussiert werden. Worauf bei diesem besonders zu achten ist, stellt Proboneo anhand von anwendungsbezogenen Beispielen dar und liefert zugleich hilfreiche Tipps.

Wenn Sie tiefer in die Pro-bono-Welt eintauchen möchten, sehen Sie sich die Aufzeichnung des Webinars unter folgendem Link an:

https://www.youtube.com/watch?v=9I_oAnQtFAo

Der Proboneo-Wirkungsbericht ist da!

Proboneo-Team

Haben Sie sich schon immer gefragt, wie genau Proboneo "Werte vermittelt“? Dann lohnt ein Blick in den Proboneo-Jahresbericht. Der Jahresbericht liefert zahlreiche Informationen und spannende Details über die Arbeit und Wirkung von Proboneo. Anbei eine kleine Zusammenfassung, was Sie beim Lesen erwartet:

Erstens, stellt der Wirkungsbericht die Vision und den Ansatz von Proboneo dar. Wie genau möchte Proboneo Pro-bono-Engagement in Deutschland verbreiten? Wie verläuft dabei der Pro-bono- Vermittlungsprozess von Anfang bis Ende? Welche Wirkung konnte im Berichtszeitraum bereits erzielt werden und wie ist die Resonanz der sozialen Organisationen sowie Fach – und Führungskräfte nach erfolgreich abgeschlossenem Pro-bono-Projekt?

Zweitens gibt der Wirkungsbericht einen Ausblick auf Projekte und Ideen, die Proboneo zukünftig umsetzen möchte. Für 2016 werden vier Schwerpunktthemen fokussiert: Die Entwicklung der Proboneo-Plattform, verstärkte Werbung von Unternehmen als Pro-bono-Geber, der Start des Talent Development Programm Social Excellence und Thought Leadership zu pro bono. Wie soll die Verwirklichung dieser Ziele erfolgen?

Drittens befasst sich der Bericht mit der Organisationsstruktur von Proboneo. Hier findet sich ein Überblick über das Team an Haupt- und Ehrenamtlichen sowie Kooperationen und Förderpartner, welche Proboneo unterstützen und somit Pro-bono-Engagement in Deutschland möglich machen. Abschließend liefert der Bericht noch wichtige Auskünfte über Organisationsprofil, die Finanzen des Unternehmens und natürlich vieles mehr.

Haben wir Sie neugierig gemacht und Sie wollen mehr erfahren? Lesen Sie unseren Proboneo-Wirkungsbericht.

Häufige Fallstricke bei Pro-bono-Anfragen

15174793056 (Paul Spies (Amsterdam Museum), Scout Herremans (KLM) en Eke Rebergen (De Denkfiguren)) von KennislandCC BY-SA 2.0Welcher Bedarf besteht zur Entwicklung der sozialen Organisation? Welche Pro-bono-Unterstützung ist dabei hilfreich? Welche konkreten Ergebnisse sollen erzielt werden? Das sind nur einige Fragen, die Proboneo während des Auftrags- und Zielklärungsgespräches (AuZ) mit der sozialen Organisation klärt. Die Ermittlung der genauen Vorstellungen der sozialen Organisation und eine gemeinsame Reflektion dieser sind wesentlich für die Suche nach passenden Probonisten für das Pro-bono-Projekt.

Dabei ist die Mitarbeit der sozialen Organisation von großer Bedeutung. Die Organisation sollte sich bereits im Vorfeld ihrer Pro-bono-Anfrage genau überlegen, in welchem Bereich professionelle Unterstützung erforderlich ist und wie diese aussehen soll. Je klarer die Ziele definiert werden, desto schneller und effektiver gestaltet sich die Suche nach einem/r kompetenten ProbonistIn. Obwohl viele soziale Organisationen hoch motiviert sind die gegenwärtigen Strukturen zu optimieren, gelingt eine präzise und zielgerichtete Pro-bono-Anfrage vor dem AuZ-Gespräch nicht immer. Im Folgenden haben wir einige Beispiele aus dem Proboneo-Archiv zusammengefasst, die zeigen warum die AuZ so wichtig ist:

Die Alles-Gleichzeitig-Falle

Ursprüngliche Anfrage: „Es braucht Verbesserungen in der Kommunikationsstrategie, einen neuen Flyer und die Webseite muss auch überarbeitet werden. Dazu wäre auch die Einbindung eines Spendentools auf der Webseite schön.“ Oft erreichen uns solche Anfragen, in denen wild drauflosgewünscht wird. Im Gespräch wird durch ein paar Fragen zu Voraussetzungen für die Umsetzungsprojekte schnell klar, dass es oft am sinnvollsten ist, erst auf strategischer Ebene die Kommunikation zu betrachten und danach einzelne Kanäle/Materialien zu optimieren.

Die „zu früh“-Situation:

Ursprüngliche Anfrage: „Ich stehe kurz vor der Vereinsgründung und suche jemanden, der mir hilft salesforce zu konfigurieren und einzuführen.“ Im Zweifelsfall gibt es hier auch noch kein Team oder nur einen weiteren ehrenamtlichen Mitstreiter, so dass die Ressourcen und der Stand des Projektes für so eine Art von Projekt zu früh dran sind.

Der Klassiker: Fehlende Prozesse durch Software ersetzen wollen

Ursprüngliche Anfrage war eine Beratung zur Auswahl einer Spendensoftware. Während der AuZ stellt sich heraus, dass es keine strukturierten Fundraisingprozesse/ -verantwortlichkeiten im Team gibt, die sich in einer Software abbilden lassen können. Daher ist zunächst die Empfehlung notwendig, eine Beratung zum Aufbau von Fundraisingprozessen zu vermitteln.

Das Missverständnis

Hier wird pro bono falsch verstanden. Es handelt sich hierbei um Anfragen, bei denen soziale Organisationen, oft ohne es reflektiert zu haben, vom Pro-bono-Projekt Antworten erwarten, welche die soziale Organisation selbst finden muss. Nach dem AuZ-Gespräch wird deutlich, dass die Pro-bono-Unterstützung dem Prozess und der Struktur kreatives/kritisches Feedback geben kann. Pro-bono-Projekte unterstützen in diesem Sinne dabei, dass vorhandene Wissen aus dem Team herauszuholen.

Fundraising, Fundraising, - kein Fundraising

Ursprüngliche Anfrage: „Wir brauchen Unterstützung im Fundraising. Jemanden der Stiftungen kennt und Anschreiben verfassen kann.“ Das ist allerdings nicht die Aufgabe eines Pro-bono-Projektes. Es verhält sich ähnlich zum „Missverständnis“, kann jedoch durch ein Team-Training in Verhandlungsführung/Vertriebstechniken oder bessere Kommunikation der Mehrwerte für involvierte Stakeholder optimiert werden.

Full-Service/ alles aus einer Hand

Ursprünglich will die soziale Organisation nur eine Rechtsberatung und erfährt im Gespräch, dass Proboneo auch Unterstützung in anderen Bereichen vermittelt. Davon ist sie begeistert und meldet sich gleich auch noch für ein Kommunikationsprojekt an. Wichtig ist hier, dass ausreichende interne Ressourcen (v.a. Zeit) für ein zweites Pro-bono-Projekt vorhanden sind.

Proboneo als Seelsorger/ Gut, dass es Euch gibt...

In AuZ-Gesprächen zu Pro-bono-Rechtsberatung ist man häufig auch erste Anlaufstelle für das Rechtsproblem. Jemand der zuhört, an den man sich wenden kann. Das allein ist für viele soziale Organisationen schon eine Hilfe und Erleichterung.

Diese Beispiele zeigen wie relevant das AuZ-Gespräch ist. Die Auftrags- und Zielklärungen funktionieren wunderbar am Telefon oder via Skype. Man braucht die Person also nicht persönlich vor Ort zu treffen. Das gilt ebenso für viele der Pro-bono-Rechtsberatungen, die via Email und Telefonate und daher ortsunabhängig stattfinden.

Nützliche Tipps im Umgang mit der virtuellen Pro-bono-Welt

DeathtoStock_Desk1 von Literally Darling unter CC0 1.0Es ist unglaublich, wie die Kommunikations-technologie in den letzten Jahren unsere Welt zum Vorteil verändert hat. Sie gehört längst zu unserem Alltag und ist kaum noch aus unserem Leben wegzudenken. Computer, Telefone und das Internet erleichtern die Arbeit im Büro und zu Hause. Eine kurze Email oder ein schnelles Telefonat ersetzen zeitintensive Treffen. Obendrein ermöglichen sie uns mit Menschen weltweit in Kontakt zu treten. Davon profitieren auch die Probonisten! Die Unternehmertalente können sich mit ihren sozialen Organisationen unkompliziert und digital vernetzen.

Neben den vielen Vorzügen, die das Pro-bono-Herz erfreuen, dürfen natürlich die technologischen Schattenseiten nicht außer Acht gelassen werden. Schließlich steigt mit den unbegrenzten Optionen auch die Tendenz zum Multitasking und zur Überlastung. Wir lassen uns schneller ablenken und Emails gehen leicht unter. Das kann ungenaue Aufgabenerfüllung, unkonzentriertes Arbeiten und letztlich Frustration zur Folge haben.

Sind Sie gerade selbst am Überlegen oder haben sich bereits entschieden ein Pro-bono-Programm zu betreuen, zu beraten oder zu managen? Dann haben wir im Folgenden sieben Tipps für Sie zusammengefasst, welche Ihnen helfen sollen sich in der großen weiten virtuellen Pro-bono-Welt besser zurecht zu finden:

  1. Bevor Sie mit dem Projekt beginnen, sollten Sie mit Ihrer sozialen Organisation abklären, welcher Weg am besten für die Kommunikation miteinander geeignet ist. Falls Ihre Internetverbindung des Öfteren dazu neigt während einer Konferenz abzubrechen, greifen Sie lieber auf das altbewährte Telefon zurück.
  1. Legen Sie fest, welche Uhrzeiten sich für Telefonate und Konferenzen anbieten. Falls Sie sich aus dem Ausland engagieren, vergessen Sie nicht die unterschiedlichen Zeitzonen zu beachten!
  1. Überprüfen Sie alle Geräte und Verbindungen im Voraus. Dadurch können unnötige Unterbrechungen und Störungen zum Beispiel während eines Telefonats vorweg verhindert und die Zeit effektiver genutzt werden.
  1. Sprechen Sie mit Ihrer sozialen Organisationen darüber, welche Programme Sie während der Zusammenarbeit verwenden möchten. Wenn Sie sich festgelegt haben, stellen Sie sicher, dass die benötigten Downloads und Features auf Ihren Geräten vorhanden sind.
  1. Scheuen Sie sich nicht, sich von Ihrem gängigen Arbeitsplatz zu trennen. Besonders förderlich sind andere Räume, zum Beispiel kleine Konferenzsäle, die Sie für Telefonate oder Konferenzen reservieren können. Dadurch werden Sie nicht abgelenkt und können sich intensiv auf die Anliegen der sozialen Organisation konzentrieren.
  1. Nutzen Sie Videokonferenzen, um einen Überblick über die Verantwortlichen zu gewinnen und effektiv mit Ihrer sozialen Organisation zu kommunizieren. Je besser die Verständigung untereinander, desto klarere und wirkungsvollere Ergebnisse können erzielt werden.
  1. Falls Sie keine Möglichkeit haben, die soziale Organisation persönlich zu treffen, greifen Sie auf Email-, Chatprogramme, Videokonferenzen und Telefonate zurück um den regelmäßige Kontakt mit der Organisation aufrecht zu erhalten. Stehen Sie für Fragen stets zur Verfügung.

Nun steht der Pro-bono-Arbeit nichts mehr im Wege. Proboneo wünscht viel Spaß und Erfolg bei der Umsetzung!

 

Global Pro Bono Summit 2016

Proboneo ist Teil einer globalen Bewegung, es gibt Pro-bono-Engagement auf allen Kontinenten (außer der Antarktis, aber wer weiß schon was Pinguine so treiben).  Vom 15. bis 18. März hat sich das Global Pro Bono Network bereits zum 4. Mal in Singapur getroffen und unter dem Motto "Build cross sector collaborations around the world" ausgetauscht.

75 Teilnehmer aus 27 Ländern, Unternehmen, Stiftungen, Regierungsvertreter und natürlich Pro-bono-Intermediäre - die Global Pro Bono Fellows. Gemeinsam gestalten sie die Pro-bono-Bewegung, teilen ihre Erfahrungen und entwickeln länderübergreifende Kooperationen:

Motivationsmotor

Arbeitnehmer beklagen, ihnen und ihrer Arbeit wird seitens der Vorgesetzten zu wenig Anerkennung geschenkt. Doch wie geht's richtig?

9948979685_7d6f360784_b-Coach-Wim-von-KennislandDer Flur ist das Beton gewordene schwarze Brett. Das ist der Ort,
an dem alle wichtigen Themen besprochen werden und auch Kollegen aus Abteilungen angetroffen werden, mit denen man sonst nicht zusammen sitzt. Jedoch trifft man dort nicht nur seine Kollegen, sondern auch seine Vorgesetzten. Auch sie nutzen den Flur, um einfach mal nachzufragen, wie es geht. Kommt es zu einem Gespräch zwischen Vorgesetzten und Arbeitnehmer, kann es auch passieren, dass man Lob für seine geleistete Arbeit erhält. Reinhold Haller, Experte und Coach für Personal- und Organisationsentwicklung aus Berlin sagt in einem Artikel in der Zeit sogar, dass es unter vielen Chefs üblich sei, täglich Lob an seinen Angestellten auszusprechen. Täglich für seine Art Lob zu kassieren, ist das nicht zu viel des Guten? Jeder der Lob erhält denkt, es sei alles in bester Ordnung und so wird es schwer berechtigte Kritik zu äußern.

Angebrachter und wirksamer in dieser Situation ist die Wertschätzung. Doch diese bringt folgende Tücke mit sich: Der Vorgesetzte muss sich gezwungenermaßen intensiver mit seinen Angestellten auseinander setzten. Um ein ganzheitlicheres Bild eines Mitarbeitenden zu bekommen, braucht es oft auch Interesse und Informationen über den beruflichen Rahmen hinaus. Reinhold Haller meint: "Hat jemand zu Hause Probleme, schafft er womöglich nicht so viel wie sonst. Wenn man das als Chef berücksichtigt und ihn dafür lobt, dass er trotzdem etwas geleistet hat, ist das viel besser, als die Anerkennung nur auf die Besten zu konzentrieren.“

Die Verbundenheit zum Unternehmen geht oft mit Zufriedenheit der Mitarbeiter einher. Grundsätzlich ist ein Vier-Augen-Gespräch zwischen dem Vorgesetzten und dem Mitarbeiter eher zu empfehlen als der Flur. Hier nimmt man sich Zeit um ein authentisches Feedback zu geben und das ist bedeutsamer als ein einfaches „Du bist ein guter Mitarbeiter“.

Praxisleitfaden Soziales Unternehmertum

8264580418_cd02a89474_k von M Yashna unter CC BY 2.0Immer öfter hört man auch außerhalb des sozialen Sektors den Begriff „Social Entrepreneurship“. Der Begriff kommt aus den USA und Großbritannien und bedeutet auf Deutsch so viel wie „soziales Unternehmertum“. Solche Unternehmen gibt es in Deutschland schon lange, wie viele sozial-karitative Einrichtungen zeigen.  Die neuere Generation der Sozialunternehmer nutzt den Begriff „Social“ im Sinne der „Gesellschaft“ - und „Entrepreneur“ mehr als „Innovator“ und daher auch oft über die Gründungsphase hinaus. Markt- und betriebswirtschaftliche Methoden werden, im Gegensatz zur reinen Profitorientierung, vor allem zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen eingesetzt.

Während sich traditionelle Institutionen und Unternehmen langsam dem Thema nähern, existiert bereits ein lebendiges und etabliertes Ökosystem aus Sozialunternehmen, Unterstützerorganisationen und Graswurzelbewegungen, die auf Eigeninitiative beruhen. Um auch von öffentlicher Seite Wissen zu schaffen und Orientierungshilfe zur Gründung von Sozialunternehmen bereit zu stellen, hat das Bundeswirtschaftsministerium nun auch einen eigenen Leitfaden erstellt. Hier werden Tipps von der Entwicklung des Geschäftskonzepts über die Gründung, bis hin zu weiterführenden Quellen und Fördermöglichkeiten aufgezeigt: http://www.bmwi.de/DE/Mediathek/publikationen,did=752226.html

Eine Woche pro bono

Wir starten das neue Programm Social Excellence, dass Personalentwicklung mit Pro-bono-Engagement verknüpft. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wenden eine Woche lang ihr berufliches Prozessoptimierungswissen in sozialen Organisationen an und helfen ihnen so, mehr PS auf die Straße zu bringen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden von Coaches begleitet und erhalten vorab zwei Tage Training. Denn 1 Woche vor Ort ist lang und muss gut vorbereitet sein.

Social Excellence_1Vergangene Woche hatten wir Patricia und Karl bei uns, die ihre Social Excellence-Woche bei Proboneo verbracht haben. Gemeinsam haben wir uns die Vertriebsprozesse und die Verteilung von Aufgaben im Team von Proboneo angesehen. Ihre Aufgabe war dabei weniger Beratung und viel mehr die Moderation und Prozessbegleitung (neudeutsch auch Facilitation). Geduldig haben die beiden immer wieder unsere Gedanken sortiert und mit Post-its sichtbar gemacht. Und plötzlich bekam, dass was wir jeden Tag intuitiv tun, eine Struktur und Schnittstellen. Und auch Stolperstellen, die wir zwar gefühlt, aber nicht genau gesehen haben. IMG_0167_300x199pxJetzt arbeiten wir daran, unsere über die letzten Jahre gewachsene Struktur zu erneuert und mehr an den Fähigkeiten unseres Teams auszurichten.

Patricia und Karl finden: „Für uns war es eine spannende, herausfordernde und wirklich bereichernde Woche. Wir haben viele Eindrücke erhalten, wie soziale Unternehmen arbeiten und es war toll zu sehen, wie wir mit unserem Wissen unterstützen können.“

Lass uns über Arbeit reden

wurst_picography unter CC0 1.0

Es wird eine Geschichte erzählt: Markus Studer, ein Herzchirurg, entschließt sich, seinen Beruf aufzugeben, um seiner wahren Leidenschaft zu folgen. LKW fahren. Vom Operationstisch zum Brummifahrer. Einfacher kann es nicht gehen. Job an den Nagel hängen, LKW-Führerschein machen, Spedition suchen und raus in die Freiheit.

Wenn es so einfach ist, seiner beruflichen Leidenschaft nachzugehen, fragt man sich, was so viele Menschen falsch machen. Betrachten wir die Geschichte andersrum und schauen, ob es immer noch so herzzerreißend ist, wenn ein LKW Fahrer beschließt seinen Job aufzugeben, um seiner wahren Leidenschaft als Arzt nachzugehen.

Schon beim Niederschreiben merke ich, dass es fast einer Utopie gleicht. Wie kann man im mittleren Alter vom LKW Fahrer zum Arzt werden? Geht das überhaupt? Mal davon abgesehen, dass man vom Geldverdiener zum Studenten wird, stelle ich es mir sehr schwierig vor nach 20 Jahren Berufskraftfahrer die fachlichen Anforderungen eines Medizinstudenten zu erfüllen.

Unsere Gesellschaft besteht nicht nur aus berühmten Chirurgen, sondern auch aus LKW Fahrern. Menschen, die nicht Berufe wie Kleidung wechseln können. Sie gehen ganz normal arbeiten. Nicht mehr und nicht weniger.

"Wenn die Surfschule dein Glück ist, worauf wartest du? Dieser Rat hilft der Abteilungsleiterin meist ebenso wenig wie ihrer Sekretärin.“ Der Autor Volker Kitz warnt davor: „Solche inspirierenden Geschichten richten Schaden an. Sie suggerieren, dass niemand sich im Arbeitsleben mit weniger als dem makellosen Glück zufrieden geben dürfte.“ Doch, Leidenschaft ist für die Arbeitswelt nicht immer förderlich, denn gute Ergebnisse erfordern auch rationale Entscheidungen, sorgfältiges Arbeiten und besonnenes Handeln.

Lasst uns über diese Wahrheit reden. Es ist nüchtern betrachtet ganz simpel. Es findet ein Austausch von Arbeit gegen Geld statt. Natürlich darf Arbeit auch Spaß machen, doch ihr mit dem Anspruch auf die große Erfüllung zu begegnen ist oft schwierig.

Erfüllung lässt sich in vielen Bereichen des Lebens finden. Häufig im Kleinen, im Austausch mit den Kollegen oder Kunden, in der Kindererziehung, im Engagement. Bevor wir uns das nächste Mal vergeblich in die Surfschule träumen, packen wir es lieber direkt am Schopf.

Der Herzchirurg gab das LKW fahren wohl nach einigen Jahren auf, da ein zu hoher Wettbewerbsdruck in der Branche herrschte.

von Gregor Sultanow

 

Co-Creation, Vernetzung und von einander Lernen – das openTransfer CAMP Refugee Helpers

Mit diesen drei Zielen fand am Wochenende vom 14. November das openTransfer CAMP Refugee Helpers statt. Über 150 Teilnehmer besuchten die 30 Sessions, welche im Rahmen des barcamp Formats aus spontan aus der Reihe der Teilnehmer angeboten wurden. Proboneo war als Partner der Stiftung Bürgermut mit vor Ort, um zu zeigen, wie wertvoll pro bono Unterstützung auch für Initiativen ist, die mit Geflüchteten arbeiten.

Es war kein leichtes, nach den Anschlägen von Paris am vorhergehenden Abend inspiriert in den Tag zu starten, doch gemeinsam wurde beschlossen, dass die Veranstaltung wie geplant stattfindet. Als Ort des Austausches und der zur Stärkung jener, die durch Dialog und Unterstützung versuchen die Arbeit mit Geflüchteten zu verbessern und auszuweiten.

Die teilnehmenden Organisationen 23064673655_0641427dcf_owaren vielfältig und konnten durch Impulse aus der eigenen Arbeit und neue Partnerschaften viel mitnehmen. Vor Ort waren Initiativen, die Flüchtlinge in Notunterkünften unterstützen (WestendLichtenberg), solche, die bei der Wohnungssuche helfen (Flüchtlinge willkommenFlüchtlingswohnungen), welche, die Deutschunterricht zur Verfügung stellen, Kleiderkammern (ZESAA) und Bildungsangebote (Asylothek Berlin) und diejenigen, die sich speziell um minderjährige Flüchtlinge kümmern. Auch aus der Tech-Szene kamen Organisationen und Initiativen, die wichtige Informationen für Menschen auf der Flucht zusammenführen (Kos SolidarityMigration Hub) oder die Orientierung in Deutschland erleichtern (Place4RefugeePlaceMaking). Mentorenprogramme und Tandems (aeWorldwideWir für Flüchtlinge) gab es viele und letztlich durften auch Sessions zum Thema pro bono nicht fehlen (Proboneo und youvo).

Wie kann pro bono Initiativen zur Unterstützung von Geflüchteten unterstützen? Was für Kompetenzen können pro bono gefunden werden, speziell für junge Initiative oder solche, die jetzt einen starken Zulauf und Wachstum erfahren? Um diese und mehr Fragen drehte sich der Workshop zum Thema pro bono.

45 Minuten waren ein knapper Zeitraum für dieses und die restlichen 29 Sessions voll auszuschöpfen und so wurden auch die Pausen genutzt, um Ideen weiter zu entwickeln und neue Partnerschaften zu schmieden. Selbst nach Abschluss der 7 Stunden des CAMPs war die Motivation noch spürbar hoch und Teilnehmer diskutierten selbst außerhalb des Gebäudes noch weiter.

Einen Riesendank an sie Organisation durch die Stiftung Bürgermut und die Unterstützung des Events durch Zalando. Wir freuen uns schon auf das nächste openTransfer CAMP!

Selbstverwirklichung, Glück und Sinnstiftung am Arbeitsplatz

Gastbeitrag von Torsten Bittlingmaier, Geschäftsführer Inhouse­Training und Consulting

Pro bono als neues Instrument der Personalarbeit

Wieso gehen wir arbeiten? Der ursprüngliche Zweck, die Befriedigung materieller Bedürfnisse, hat schon längst ausgedient. Der arbeitende Mensch möchte nicht nur ein vernünftiges Gehalt sondern auch Selbstverwirklichung, Glück und Sinnstiftung am Arbeitsplatz erfahren. Dieser Wandel wird massiv, aber nicht nur durch die Generation Y getrieben.

Generationsübergreifend stellen sich Mitarbeiter und Führungskräfte die Frage, welchen sinnvollen Beitrag das eigene berufliche Wirken für die Gesellschaft liefert. Personalabteilungen spüren diesen Trend bereits. Laut einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) glauben 69% der Personalverantwortlichen, dass der Wertewandel sich stark auf das Personalmanagement auswirken wird. Über ein Drittel der Deutschen lehnt es gar ab, in einem Job zu arbeiten, der nicht sinnstiftend ist (McKinsey & Ashoka, „Karrierewege für Weltveränderer“). Unternehmen, die eine glaubwürdige Antwort auf die Sinnfrage liefern, haben einen entscheidenden Vorteil auf dem hart umkämpften Talentemarkt.

Persönliche Entwicklung durch Engagement

Welche Möglichkeiten bieten sich für Unternehmen, die über klassische Spendenprogramme hinausgehen? Aktuell wird kompetenzbasiertes Engagement verstärkt als Instrument der Personalarbeit diskutiert. In den USA ist pro bono bereits weit verbreitet und bei namenhaften Unternehmen wie Deloitte, Microsoft oder IBM fest in der Personalarbeit verankert. Die Pro-bono-Projekte sind so vielfältig wie spannend: Personaler beraten eine Umweltschutzorganisation zu ihren Recruitingprozessen, Controller entwickeln ein Budgetinstrument für ein Jugendförderwerk und Führungskräfte coachen ihre Counterparts in gemeinnützigen Organisationen zu Strategieentwicklung und Personalführung. Auch in Deutschland gewinnt dieser Trend an Fahrt.

In Webinar von Oktober 2014 erklären Claudia Leißner und Torsten Bittlingmaier, welche neuen Möglichkeiten sich für Unternehmen durch kompetenzbasiertes Engagement eröffnen.

Pro bono, gut für die Karriere und die Gesellschaft

Für Unternehmen zahlt sich pro bono gleich doppelt aus. Gelungene Pro-bono-Arbeit verknüpft authentisches Engagement mit der persönlichen und beruflichen Entwicklung von Fach- und Führungskräften. Insbesondere die Förderung von Sozialkompetenzen, die Bindung von Mitarbeitern und das Knüpfen neuer Netzwerke stehen im Vordergrund. Gerade in einer zunehmend dynamischen und komplexen Arbeitswelt werden fachübergreifende Kompetenzen immer wichtiger. Fähigkeiten wie Selbstreflektion, Empathie, Teamfähigkeit, Ambiguitätstoleranz und unternehmerisches Handeln ermöglichen Führungskräften von morgen adäquat auf zukünftige betriebliche Herausforderungen zu reagieren. Diese Kompetenzen können nur schwer durch klassische Entwicklungsmaßnahmen trainiert werden.

Zugänge und Angebote schaffen

Pro bono ist ein wirkungsvolles Personalinstrument. Eine von Proboneo durchgeführte Umfrage macht deutlich, dass sich die Mehrheit der Fach- und Führungskräfte engagieren möchte. Zeitlich stark eingespannten Fach- und Führungskräften fehlen Zugänge zu gemeinnützigen Organisationen und entsprechende Angebote des Arbeitgebers. Diese können mit pro bono auf verschiedene Bedürfnisse reagieren: Von einem intensiven eintägigen Teamprojekt bis zur längerfristigen Begleitung von gemeinnützigen Organisationen im Rahmen eines Entwicklungsprogramms ist alles möglich. Pro-bono-Programme bieten mehr als gutes Karma. Die Zukunft wird zeigen, welche Unternehmen hierzulande die Potentiale von pro bono frühzeitig für sich entdecken und in ihre Personalstrategie einfließen lassen.

Leitfaden Unternehmenskooperationen für gemeinnützige Organisationen

Ein neuer UPJ-Leitfaden bietet Gemeinnützigen praktisches Wissen sowie erfahrungsbasierte Hilfestellung bei der Entwicklung von Unternehmenskooperationen. Der Leitfaden zeigt gemeinnützigen Organisationen die wesentlichen Schnittstellen zum gesellschaftlichen Engagement von Unternehmen auf, fasst das nötige Hintergrundwissen zusammen und motiviert zum Ausprobieren: Selbstbewusste Organisationen, die nicht als Bittsteller auftreten, sondern mit eigenen Zielen auch Unternehmen einen substanziellen Nutzen bieten. Unternehmen, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und mit ihrem Engagement einen Beitrag zu ihrer eigenen Wettbewerbsfähigkeit leisten. Und ein Gemeinwesen, das für die Zukunft gerüstet ist.

UPJ_Leitfaden_BildEinsteigern bietet der Leitfaden Erfahrungswissen zur Orientierung und Einordnung ebenso wie praktische Empfehlungen, die Ihnen den Start in die Thematik erleichtern. Auch für bereits kooperationserfahrene Organisationen ist der eine oder andere Aspekt für die Planung und Durchführung künftiger Kooperationsprojekte interessant. Darüber hinaus können auch öffentliche Verwaltungen und regionale Mittlerorganisationen, die eine unverzichtbare Rolle bei der Initiierung, Verbreitung und Vertiefung sozialer Kooperationen spielen, Anregungen für die Weiterentwicklung ihrer praktischen Arbeit erhalten.

Der Leitfaden kann kostenfrei bestellt werden unter www.upj.de.

 

 

 

 

 

Die universelle Sprache von pro bono

P1140241Im Februar 2015 ging es international im Proboneo-Büro zu. Unter der Schirmherrschaft der BMW Stiftung, der Taproot Foundation und Proboneo waren Vertreter aus 23 Ländern zum 3. Global Pro Bono Summit zu Gast in Berlin.

Es ging darum wie in den einzelnen Ländern qualifiziertes und effektives Pro-bono-Engagement für soziale Organisationen angeboten werden kann und alle voneinander lernen können.

P1140090Für uns ein sehr spannendes Event. Diskutiert wurden die Stärkung der Partnerschaft zwischen Organisationen und Vernittlern, der UN Impact 2030 oder wie Pro-bono-Engagement Auswirkungen auf Führungsqualitäten haben kann.

"Ich war überrascht wie ähnlich die Fragen und Herausforderungen trotz der unterschiedlichen Unternehmen hier sind" sagt ein Teilnehmer der Veranstaltung. Global Pro Bono Summit 2015 Report_Seite_1Für uns die universelle Sprache von pro bono.

Während des Corporate Days tauschten sich Führungskräfte internationaler Unternehmen wie Allianz, SAP, GlaxoSmithKline,  Walt Disney und LinkedIn über ihre Erfahrungen und Erfolge von Pro-bono-Programmen aus.
Der im Juni 2015 veröffentliche Global Pro Bono Summit 2015 Report gewährt Einblicke in den aktuellen Stand der Pro-bono-Bewegung.

Pro-bono-Grammatik

Pro bono ist großartig! Keine Frage. Das Einzige, was uns dabei immer mal wieder zur Verzweiflung treibt, ist die deutsche Sprache. Es leitet sich von pro bono publico ab, übersetzt mit zum Wohle der Öffentlichkeit.

Wie geht man mit dem lateinischen pro bono in deutschen Texten um? Groß oder klein, mit Bindestrichen, in Anführungszeichen, zusammen oder auseinander geschrieben. Wir haben Sprachwissenschaftler befragt und wissen nun Bescheid:

Pro-bono-Engagement: Als Zusatz zu einem Substantiv wird das erste Wort groß, das zweite klein geschrieben. Dazwischen kommen Bindestriche.

pro-bono-bereit sein: Als Zusatz zu einem Adjektiv werden beide Worte klein geschrieben. Dazwischen kommen Bindestriche.

pro bono engagieren: Wenn es als Adverb genutzt wird, dann klein und ohne Bindestriche. In Überschriften oder am Satzanfang gegebenenfalls auch mit Großschreibung.

Aha, gut zu wissen!

 

 

Corporate Volunteering aus der Sicht von Unternehmen

Beyond_philanthropy_notes_from_the_field_#2Was haben 25 der 30 größten an der Frankfurter Börse notierten deutschen Unternehmen gemeinsam?

Sie alle setzen auf Corporate Volunteering, um sich für unternehmensrelevante gesellschaftliche Themen zu engagieren, ihre Mitarbeiter zu motivieren sowie sich als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren. Die Beleuchtung dieses Trends und der Erfolgsfaktoren von Corporate Volunteering stehen im Fokus der zweiten Ausgabe der Beyond Philanthropy „Notes from the Field“. Dafür wurden im Rahmen einer Masterarbeit neun Experteninterviews mit DAX- und EURO-STOXX-50-Unternehmen sowie Mittlerorganisationen geführt.

Die befragten 7 börsennotierten Unternehmen nutzen Corporate Volunteering, um:

  • ihr Image bei aktuellen und zukünftigen Arbeitnehmern sowie die Wahrnehmung des Unternehmens im direkten Umfeld zu verbessern
  • das Ansehen in der Region zu verbessern
  • ihre Innovationskraft zu stärken
  • Kundenbedürfnisse und Marktchancen besser zu erkennen
  • Fähigkeiten wie Teamarbeit oder Kommunikation auszubauen
  • durch die Möglichkeit, ihre fachlichen Fähigkeiten auch in anderen Bereichen anzuwenden, Motivation und Unternehmensverbundenheit zu erhöhen

Beyond_philanthropy_CV

Erfolgreiches Corporate Volunteering basiert auf dem Commitment des Managements und der konsequenten Kommunikation und Bedarfsorientierung. Intermediäre wie Beyond PhilanthropyUPJ und Proboneo können Sie unterstützen, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen.

Die Publikation ist auch auf englisch verfügbar.

In vier Schritten zum eigenen Pro-bono-Projekt

Bei Proboneo geben wir unser Wissen weiter, weil wir Sie in die Lage versetzen wollen, eigenständig den Zauber von pro bono zu nutzen. Mit diesen vier einfachen Schritten können Sie selbst Pro-bono-Engagement in Ihrer Organisation anbieten und sich neue Ressourcen erschließen. Starten Sie mit kleinen Projekten, sammeln Sie Erfahrungen und steigern Sie nach und nach den Einsatz von pro bono in Ihrer Organisation.

1. Die Auftrags- und Zielklärung

Wie beim Arztbesuch steht die Diagnose vor der Behandlung. Je genauer und besser die Diagnose, umso wirkungsvoller die verschriebene Medizin und die Behandlung. Am Anfang steht die individuelle Bedarfsanalyse Ihrer Organisation und die Planung von Lösungsschritten, die mithilfe von Pro-bono-Fachkräften umgesetzt werden. Am Ende der Diagnose wissen Sie, was Sie brauchen, wie die Ergebnisse aussehen sollen und diese umgesetzt werden.

Machen Sie den Quickcheck:

Klares Ergebnis: Können Sie in einem Satz sagen, was das Ergebnis des Projektes sein wird?

Realistischer Zeitrahmen: Ist der Umfang des Projektes realistisch und kann es tatsächlich pro bono abgedeckt werden?

Dringlichkeit: Ist das Vorhaben weder zu dringend noch fern am Horizont?

Ergebnis rechtfertigt Einarbeitung: Wird der Aufwand einer entsprechenden Schulung des Probonisten das erwartete Ergebnis des Projekts deutlich verbessern?

Relevant für die Organisation: Sind alle Mitglieder Ihrer Organisation offen für das Pro-bono-Projekt und haben sie die Zeit, dieses Projekt zu begleiten sowie die Ergebnisse im Anschluss auch umzusetzen?

2. Die Suche nach Ressourcen

Fassen Sie die Kompetenzen und Fähigkeiten, die Sie brauchen, in einer Pro-bono-Ausschreibung zusammen, zum Beispiel wie bei Proboneo oder nach dieser Vorlage. Nutzen Sie Ihre persönlichen und die sozialen Netzwerke wie LinkedIn und Xing, um aktiv nach den benötigten Kompetenzen und Fähigkeiten in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis zu suchen.

Binden Sie das Unterstützernetzwerk Ihrer Organisation bei der Suche nach den richtigen Fach- und Führungskräften für das Pro-bono-Projekt ein. Fragen Sie bei Unternehmen nach, ob sie Dienstleistungen auch pro bono zur Verfügung stellen würden. Machen Sie deutlich, dass Sie Fach- und Führungskräften die Möglichkeit geben, ihr Wissen in einem neuen Kontext anzuwenden und zu lernen.

3. Das Projekt erfolgreich umsetzen

Nachdem Sie nun den Bedarf Ihrer Organisation ermittelt, einen Lösungsansatz definiert und die richtigen Probonisten zur Durchführung gefunden haben, koordinieren Sie das Pro-bono-Projekt. Genau wie bei der Umsetzung Ihrer Programme sind folgende Schritte sinnvoll:

Vorbereitung: Überprüfen Sie den Zeitplan und die Ressourcen, bereiten Sie die notwendigen Materialien vor.

Auftakt: Beim ersten Zusammentreffen der Teammitglieder und der Probonisten lernen Sie sich kennen, definieren den Arbeitsplan und stimmen die Ziele und erwartete Wirkung ab.

Fragen & Antworten: Die Probonisten sammeln Eindrücke bei den relevanten Stakeholdern und gewinnen notwendige Informationen und einen Überblick durch Interviews, Arbeitstreffen, Sichtung von Materialien und Analysen.

Entwurf: Die Probonisten erstellen einen Entwurf und Sie geben Rückmeldung. Die Probonisten setzen den Entwurf selbst oder mit Ihren Mitarbeitern um oder geben Ihren Kollegen eine Einführung oder ein Training.

Abschluss: Sie feiern alle zusammen den Abschluss!

4. Das Engagement wertschätzen

Bei Pro-bono-Projekten lohnt es sich nach dem Prinzip "Lass den anderen gut aussehen" zu handeln. Wir alle freuen uns über Wertschätzung und Aufmerksamkeit für unseren Einsatz.

Probonisten: Erzählen Sie in Ihrem Kollegen- und Bekanntenkreis über die soziale Organisation, deren Ziele und Ihre Erfahrungen. Fragen Sie, wie Sie weiterhin hilfreich sein können, vielleicht gibt es weitere Pro-bono-Projekte, bei denen Ihre Fähigkeiten gefragt sind. Spenden Sie, wenn Sie möchten, auch Geld, damit die Organisation ihre Arbeit noch weiter ausbauen kann. Lassen Sie sich zum nächsten Geburtstag keine Geschenke schenken, sondern empfehlen Sie statt dessen eine Spende oder Pro-bono-Unterstützung an die Organisation.

Soziale Organisationen: Nutzen Sie soziale Netzwerke und Ihre Webseite, um die Welt vom Engagement der Probonisten wissen zu lassen. Tragen Sie die Personen nach vorheriger Rücksprache für Ihren Newsletter ein, laden Sie sie zu Veranstaltungen ein. Geben Sie nach einigen Monaten eine Rückmeldung, was aus den Ergebnissen des Projekts geworden ist. Sprechen Sie die Probonisten für weitere Projekte an, wenn Sie die Zusammenarbeit fruchtbar fanden. Bieten Sie an, für den Lebenslauf oder Bewerbungen ein Empfehlungsschreiben zu verfassen.

Zauberwerkzeuge für virtuelle Zusammenarbeit

1cIEUxg (unsplash) von Florian KlauerIn Pro-bono-Projekten brauchen Sie eine gemeinsame Arbeitsbasis. Häufig werden Sie über verschiedene Standorte hinweg zusammenarbeiten. Das Internet bietet mittlerweile eine Fülle an Unterstützungsangeboten für die tägliche Arbeit. Wir haben zusammen mit den Kollegen von Heldenrat und OpenTransfer eine Liste mit nützlichen Helfern (Tools) erstellt, die sich für die virtuelle Zusammen- und Öffentlichkeitsarbeit bewährt haben.

Sie können sich zum Beispiel von Doodle bei der Organisation von Terminen unterstützen lassen, Ihre Dateien für alle Teammitglieder jederzeit zugänglich in einer Dropbox speichern oder sich unkompliziert in einer Telefonkonferenz zusammentelefonieren. Die virtuellen Helfer können eine gelingende Offline-Kommunikation nicht ersetzen, aber doch zumindest eine sinnvolle Verknüpfung von Online- und Offline-Austausch ermöglichen.

Für die Fortgeschrittenen empfielt das Team von Proboneo mehr als 300 kostenlose Tools, vom Logo-Generator über Emailtracker bis hin zur automatischen Rechnungserstellung und dem "Hipster Business Name-Generator" in dieser tollen Linksammlung: http://growth.supply/free/all

Fünf gute Ideen für mehr gesellschaftliche Wirkung

Janet Thiemann_ELTERN-AGDie ersten Jahre eines Kindes sind die wichtigsten für Gesundheit, Bildung und Teilhabe. Was hier richtig gemacht wird, trägt ein ganzes Leben. Für viele sind die ersten Jahre jedoch auch die schwierigsten. Manche Eltern brauchen am Anfang ein wenig Unterstützung. ELTERN-AG ist ein besonderer Elternkurs – speziell für Familien in besonders belastenden Lebenssituationen mit Kindern von der Geburt bis zur Einschulung sowie für werdende Eltern. Denn alle Eltern in Deutschland wollen gute Eltern sein. Seit 2005 unterstützt das Programm ELTERN-AG Familien dabei, für ihre Kinder das Beste zu tun. Wie die meisten sozialen Organisationen stellten sich die Macher nach den ersten ELTERN-AGs die Frage, wie sie mehr Familien erreichen können. Janet Thiemann, die Geschäftsführerin der MAPP Empowerment GmbH (www.eltern-ag.de), hatte umfangreiche Pro-bono-Unterstützung und hat für Proboneo fünf Lernerfahrungen aus der Entwicklung der ELTERN-AG aufgeschrieben.

1. Erst kapieren, dann kopieren

Es gibt mehrere Wege eine gute Idee zu verbreiten. Als Open Source-Handbuch, als Social Franchise oder eigene Standorte? Egal für welches Verbreitungsmodell Sie sich entscheiden, das Angebot soll eine gleichbleibende Qualität haben. Nach der Entwicklung des Grundkonzepts haben wir noch einmal ganz genau hingeschaut, welche Teile essentiell für die gesellschaftliche Wirkung sind und welche zusätzliche Bausteine. Jetzt können wir die neuen Partner viel schneller in die Lage versetzen, selbst für die Eltern aktiv zu werden.

2. Vom Verbreitungsmodell zum Geschäftsmodell

In Deutschland hat sich in den vergangenen Jahrzehnten eine Kultur der „Projektitis“ eingeschlichen, die gemeinsam mit der Overhead-Phobie die Finanzierung für gesellschaftlich relevante Vorhaben schwierig macht. Eine gute Idee zu verbreiten ist zu großen Teilen Overhead-Tätigkeit, die ungern von Stiftungen oder öffentlichen Trägern finanziert wird. Gut, wenn eine Organisation auf eigene Einnahmen bauen kann. Diese Einnahmen können durch Schulungs-, Franchise-, Mitglieds- oder Lizenzgebühren, über Materialverkauf, eine Umlage der Gemeinkosten oder Beratungssätze erzielt werden. Unsere Partner entrichten eine einmalige Schulungsgebühr, um die Methode zu erlernen, sowie eine fortlaufende Qualitätssicherungsgebühr, um die Kurse unter dem Namen ELTERN-AG anbieten zu können und an der regelmäßigen Qualitätssicherung teilzunehmen.

3. Existierende Strukturen nutzen

Unser Ziel ist es, eine gesellschaftliche Lösung zu skalieren und nicht unsere Organisation. Viele ELTERN-AGs werden vor Ort von den etablierten Trägern der Freien Wohlfahrtspflege, wie zum Beispiel AWO, DRK oder die christlichen Wohlfahrtsorganisationen, durchgeführt. Der Aufbau von neuen Strukturen ist immer kostspielig und langwierig. Wir haben uns gefragt: Wo sind die Menschen, die wir erreichen möchten? In Deutschland gibt es die großen Wohlfahrtsverbände, die zusammen wesentliche Teile des sozialen Sektors ausmachen. Weit über 50 Prozent aller sozialen Einrichtungen in Deutschland sind in Trägerschaft der Freien Wohlfahrt. Als kleine Organisation ist es ratsam, sich nicht vom Wohlfahrtssystem abzugrenzen, sondern gezielt die Zusammenarbeit zu suchen.

4. Marathonläufer statt Sprinter

Wir brauchen für unsere Vision viel Zeit und Energie. Es ist ein Trugschluss, dass der Aufbau einer sozialen Organisation – weil sie „sozial“ ist – mehr Work-Life-Balance zulässt als die Gründung eines For-Profit-Unternehmens. Unser Team braucht viel Durchhaltevermögen: Management von Kooperationen, Fundraising, sowie Vertrieb, Strategieentwicklung und viele Nachtschichten, Fehler, Hochs und Tiefs.

5. Pro-bono-Kompetenzen für den Turbo

Bei der Verbreitung der ELTERN-AG brauchten wir die Offenheit, mit Experten, Beratern und Unternehmern in Kontakt zu kommen, die unterschiedlichen Sprachen zu verstehen und die betriebswirtschaftlichen Methoden an unser eigenes Geschäftsmodell anzupassen. Wir merkten schnell, dass sich die Herausforderungen wachsender Sozialunternehmen gar nicht so sehr von denen konventioneller Unternehmen unterscheiden. Pro-bono-Kompetenzen in Vertrieb, Marketing und Personalmanagement haben uns geholfen, uns weiter zu entwickeln.EAG01

Promis, Blitzlichtgewitter und starke Frauen: Proboneo auf der Victress-Award-Gala

„Ob wohl jemand Prominentes kommen wird?“ dachten wir uns noch vor dem Hotel andels, wo die Preisverleihung des Victress-Awards stattfinden sollte. Da steigt auf einmal Nena inklusive Entourage aus einem schwarzen Bus mit abgedunkelten Scheiben und die Fotografen stürzen sich auf sie, a ls ob ihr Leben davon abhinge.

Aber sie würde an diesem Abend nur eine von sechs Preisträgerinnen sein, die für ihr unermüdliches Engagement, ihre Vision und ihr Durchhaltevermögen ausgezeichnet werden würden. Und was machte Proboneo auf dem roten Teppich? Vor einigen Wochen hatten wir erfahren, dass Claudia Leißner, Gründerin und Geschäftsführerin, in der Impulskategorie für einen Victress-Award nominiert worden war. Also schmiss sich am Montag das ganze Team in Schale: Abendkleid für die Damen, Anzug und Fliege oder Krawatte für die Herren.
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Als wir dann akkreditiert waren, ging alles ganz schnell: fix ein Teamfoto am roten Teppich, Anstoßen auf den Abend, toi toi toi an Claudia und dann ging die Verleihung auch schon los. Die Gala feierte gleichzeitig auch das zehnjährige Jubiläum des Victress-Awards, der seither führende Frauen mit Vorbildcharakter auszeichnet und fördert. Darunter waren bereits unter anderem Uschi Glas, Regina Halmich und Jette Joop gewesen.

Die Impulskategorie war die dritte des Abends. Hier soll großes Engagement für die Gesellschaft verbunden mit unternehmerischem Geist gewürdigt werden. Neben Claudia Leißner waren noch Anna Kaiser & Jana Tepe von Tandemploy, einer Jobsharing-Plattform, und Maria Mpalaoura von Domerang, einer Plattform für Nachbarschaftshilfe, von der Jury nominiert worden.

Gebannt warteten wir auf unseren Plätzen auf die magischen Worte der Laudatorin, Annett Köhler: „Vielen Dank für ihr großartiges Engagement: Claudia Leißner!“ Sie und Proboneo hatten es tatsächlich geschafft und den Award gewonnen! Pokal, Blumen, Blitzlichtgewitter. Wir konnten es kaum fassen. Nach der Dankesrede, in der sie in bewährter Manier alle Anwesenden dazu aufrief, 1% ihrer Arbeitszeit pro bono einzusetzen, verging der Rest der Gala wie im Fluge:
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Neben Sonja Jost von DexLeChem (Science-Award) und Michaela Nachtrab von verbavoice (Vital Award), die bereits vorher ausgezeichnet worden waren, durften auch noch Freya Ohle von Spottster (Digital Award), Nena (Music Award) und Regine Sixt (Lifetime Achievement Award) einen Pokal in Empfang nehmen.

Wir waren jedenfalls stolz wie Oskar und die Silberschale hat bereits einen Ehrenplatz bei uns im Büro. Und zum Glück wurden an dem Abend auch mehr starke als prominente Frauen ausgezeichnet. Denn das ist es, was wir wirklich brauchen. Egal ob man sie in der Öffentlichkeit erkennt oder nicht, verändern sie unsere Gesellschaft pausenlos zum Besseren.